Rindsgulasch ist ein klassisches Gericht der österreichischen Küche. Besonders bekannt ist die Wiener Variante, bei der Rindfleisch, viele Zwiebeln, edelsüßes Paprikapulver, Majoran, Kümmel, Knoblauch und etwas Essig langsam zu einem kräftigen, sämigen Gulasch geschmort werden. Das österreichische Landwirtschaftsministerium führt Rindsgulasch als traditionelle Gulaschvariante und nennt unter anderem Wadschinken als klassisches Fleischstück.
Das Wichtigste bei einem guten Rindsgulasch ist weniger eine komplizierte Zutatenliste als Geduld. Das Fleisch braucht Zeit, um beim langsamen Schmoren weich zu werden, während die Zwiebeln für Geschmack und Bindung sorgen. Für die folgende Variante werden etwa 2 bis 3 Stunden Schmorzeit eingeplant.
Was ist Rindsgulasch?
Rindsgulasch bezeichnet ein Gulasch aus Rindfleisch, das in Österreich in unterschiedlichen regionalen und familiären Varianten gekocht wird. Die traditionelle Wiener Zubereitung basiert auf Rindfleisch, Zwiebeln und Paprika sowie Gewürzen wie Majoran und Kümmel. Ein kleiner Spritzer Essig sorgt für eine ausgewogene Säure.
Eine Besonderheit der Wiener Küche ist der kräftige Gulaschsaft. Bei einem klassischen Wiener Saftgulasch wird die Sauce nicht unbedingt mit Mehl gebunden. Stattdessen sorgen die lange geschmorten Zwiebeln für eine natürliche, sämige Konsistenz. Das österreichische Landwirtschaftsministerium unterscheidet dabei zwischen Rindsgulasch und Wiener Saftgulasch, wobei beide Begriffe im Alltag teilweise synonym verwendet werden. Mehr lesen : Rahmfisolen – Original österreichisches Rezept mit cremiger Rahmsauce
Klassisches Rindsgulasch: Zutaten für 4 Personen
Für eine traditionelle Variante lassen sich folgende Mengen als Orientierung verwenden:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Rindfleisch, vorzugsweise Wadschinken | ca. 900 g |
| Weiße Zwiebeln | ca. 900 g |
| Öl oder ausgelassenes Fett | ca. 100 ml |
| Edelsüßes Paprikapulver | 3–4 EL |
| Paradeismark/Tomatenmark | 1 EL |
| Knoblauch | 2 Zehen |
| Wasser oder Rindsuppe | ca. 500 ml |
| Gemahlener Kümmel | 1 TL |
| Majoran | nach Geschmack |
| Essig | ein kleiner Spritzer |
| Salz | nach Geschmack |
Diese Mengen orientieren sich an der vom österreichischen Landwirtschaftsministerium dokumentierten traditionellen Zubereitung von Rindsgulasch beziehungsweise Wiener Saftgulasch.
Welches Rindfleisch eignet sich für Gulasch?
Für Rindsgulasch sind Stücke geeignet, die sich für längeres Schmoren eignen. In der traditionellen österreichischen Zubereitung wird besonders Wadschinken genannt. Auch Schulter oder andere zum Schmoren geeignete Teilstücke können verwendet werden. Entscheidend ist, dass das Fleisch nicht zu mager gewählt wird und ausreichend Zeit zum Garen bekommt.
Das Fleisch sollte in relativ gleichmäßige, kräftige Würfel geschnitten werden. Dadurch garen die Stücke gleichmäßiger und behalten während des langen Schmorens eine angenehme Struktur. Bei der traditionellen Zubereitung wird das Fleisch so lange gegart, bis es weich, aber nicht zerfallen ist.
Rindsgulasch klassisch zubereiten
1. Zwiebeln vorbereiten
Die Zwiebeln schälen und fein schneiden. Anschließend das Öl oder Fett in einem ausreichend großen Topf erhitzen und die Zwiebeln langsam anrösten. Sie sollen eine kräftige goldbraune bis braune Farbe entwickeln, ohne zu verbrennen.
Dieser Schritt ist besonders wichtig, weil die Zwiebeln später einen großen Teil des Geschmacks und der Bindung des Gulaschsafts übernehmen. Bei klassischen Rezepten wird deshalb viel Zwiebel verwendet; in traditionellen Varianten kann die Menge ungefähr dem Gewicht des Fleisches entsprechen.
2. Paprika richtig behandeln
Ist die gewünschte Zwiebelbräunung erreicht, wird das Paprikapulver zugegeben. Es sollte nur kurz untergerührt werden. Anschließend wird mit etwas Essig und Wasser oder Rindsuppe abgelöscht.
Paprikapulver darf nicht zu lange bei sehr hoher Hitze geröstet werden, da es bitter werden kann. Auch Paradeismark beziehungsweise Tomatenmark sollte nicht unnötig stark angebraten werden. Ein vorsichtiger Umgang mit diesen Zutaten macht den Geschmack des fertigen Gulaschs runder.
3. Fleisch und Gewürze hinzufügen
Nun kommen die Rindfleischwürfel in den Topf. Danach werden Tomatenmark, Knoblauch, Kümmel, Majoran und Salz hinzugefügt. Je nach Rezept kann zusätzlich etwas Pfeffer verwendet werden.
Das Gulasch wird mit Wasser oder Rindsuppe aufgegossen. Die Flüssigkeit sollte nicht unnötig hoch stehen, da beim langsamen Schmoren ein konzentrierter Gulaschsaft entstehen soll.
4. Langsam schmoren lassen
Jetzt kommt der wichtigste Teil: Das Rindsgulasch wird zugedeckt bei niedriger Hitze langsam geschmort. Je nach Fleischstück und Zubereitungsweise dauert dieser Vorgang ungefähr 2 bis 3 Stunden. Das österreichische Landwirtschaftsministerium nennt für das traditionelle Wiener Saftgulasch ebenfalls etwa 2 bis 3 Stunden.
Während des Schmorens sollte gelegentlich kontrolliert werden, ob noch ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist. Falls nötig, kann etwas Wasser nachgegossen werden. Starkes Kochen ist nicht erforderlich; ein sanftes Schmoren ist für die gewünschte zarte Fleischstruktur besser geeignet.
5. Konsistenz und Würzung prüfen
Gegen Ende der Garzeit sollte das Fleisch weich sein und der Gulaschsaft kräftig schmecken. Die Sauce muss nicht zwangsläufig mit Mehl oder Stärke gebunden werden. Bei einem Wiener Saftgulasch sorgen die lange gegarten Zwiebeln für die natürliche Sämigkeit.
Zum Schluss wird nochmals abgeschmeckt. Je nach Geschmack können Salz, Majoran, Kümmel oder ein kleiner Spritzer Essig angepasst werden.
Warum wird Rindsgulasch durch langes Schmoren zart?
Rindfleisch aus zum Schmoren geeigneten Teilstücken enthält Bindegewebe, das bei längerer Garzeit zunehmend weich wird. Deshalb eignet sich Gulasch nicht für eine schnelle Zubereitung wie ein dünnes Steak.
Die niedrige Temperatur und die lange Garzeit geben dem Fleisch die Möglichkeit, langsam weich zu werden. Wird dagegen bei sehr hoher Hitze gekocht oder die Garzeit zu früh beendet, können die Fleischstücke trotz ausreichender Flüssigkeit noch fest sein.
Die besten Beilagen zu Rindsgulasch
Rindsgulasch lässt sich mit verschiedenen klassischen Beilagen servieren. Das österreichische Landwirtschaftsministerium nennt unter anderem Salzerdäpfel, Semmelknödel und Serviettenknödel. Auch Nockerl, Kartoffeln und frisches Brot passen traditionell gut dazu.
Besonders praktisch sind Beilagen, die viel Gulaschsaft aufnehmen können. Dazu gehören:
- Semmelknödel
- Serviettenknödel
- Salzkartoffeln
- Nockerl
- Spätzle
- frisches Brot oder Gebäck
Für ein klassisches Wiener Essen sind Semmelknödel oder Salzkartoffeln eine besonders naheliegende Wahl.
Die häufigsten Fehler beim Rindsgulasch
Zwiebeln zu schnell rösten
Zu hohe Hitze kann dazu führen, dass die Zwiebeln außen dunkel werden, während ihr Geschmack nicht ausreichend entwickelt ist. Langsames Rösten bringt mehr Kontrolle.
Paprikapulver verbrennen
Paprika sollte nur kurz erhitzt werden. Wird es zu stark geröstet, kann es bitter werden.
Zu viel Flüssigkeit verwenden
Ein Gulasch soll keinen dünnen Suppencharakter bekommen. Lieber zunächst vorsichtig Flüssigkeit hinzufügen und bei Bedarf nachgießen.
Zu früh vom Herd nehmen
Wenn das Fleisch noch zäh ist, braucht es häufig schlicht mehr Zeit. Die traditionelle Zubereitung ist bewusst langsam angelegt und kann mehrere Stunden dauern.
Die Sauce unnötig mit Mehl binden
Bei einem Wiener Saftgulasch ist Mehl nicht zwingend erforderlich. Die Zwiebeln können durch langes Schmoren selbst für eine sämige Konsistenz sorgen.
Rindsgulasch am nächsten Tag
Gulasch eignet sich gut für die Vorbereitung. Nach dem Abkühlen können sich die Aromen miteinander verbinden, weshalb viele klassische Rezepte empfehlen, das Gericht auch am nächsten Tag zu servieren. Eine veröffentlichte Rindsgulasch-Variante weist ebenfalls darauf hin, dass es am zweiten Tag besonders gut schmecken kann.
Beim Aufwärmen sollte das Gulasch langsam und gründlich erhitzt werden. Ist die Sauce nach dem Aufwärmen zu dick geworden, kann ein kleiner Schuss Wasser oder Rindsuppe helfen.
Ist Rindsgulasch gesund?
Rindsgulasch liefert durch das Rindfleisch unter anderem Protein. Das Bundeszentrum für Ernährung führt für eine Portion von 150 g rohem Rindsgulaschfleisch einen Proteingehalt von etwa 40 g an. Der tatsächliche Nährwert des fertigen Gerichts hängt jedoch stark von Fleischstück, Fettmenge, Beilagen und Portionsgröße ab.
Rindsgulasch ist gleichzeitig ein fleischreiches Gericht. Wer es ausgewogener gestalten möchte, kann eine kleinere Fleischportion mit Gemüse und einer passenden Beilage kombinieren. Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt bei einem Rindfleischgulasch beispielsweise Gemüse und Polenta als Bestandteile einer vollständigen Mahlzeit.
Rindsgulasch auf einen Blick
| Merkmal | Klassische Variante |
| Küche | Österreichisch |
| Fleisch | Rind, häufig Wadschinken |
| Hauptzutaten | Rindfleisch und Zwiebeln |
| Würzung | Paprika, Majoran, Kümmel, Knoblauch |
| Säure | etwas Essig |
| Gartechnik | langsames Schmoren |
| Garzeit | etwa 2–3 Stunden |
| Sauce | kräftig und sämig |
| Klassische Beilagen | Knödel, Kartoffeln, Nockerl oder Brot |
Das österreichische Landwirtschaftsministerium beschreibt Rindsgulasch als traditionelle Variante und dokumentiert eine Zubereitung mit Rindswadschinken, Zwiebeln, Paprika, Knoblauch, Kümmel, Majoran, Paradeismark und Essig.
Fazit
Ein gutes Rindsgulasch braucht vor allem drei Dinge: geeignetes Rindfleisch, sorgfältig geröstete Zwiebeln und ausreichend Zeit. Die klassische Wiener Art kommt mit einer überschaubaren Zahl an Zutaten aus. Der kräftige Geschmack entsteht durch das Zusammenspiel von Zwiebeln, Paprika und Gewürzen sowie durch langsames Schmoren.
Wer das Fleisch nicht zu mager wählt, die Zwiebeln geduldig röstet und das Paprikapulver nicht verbrennen lässt, hat bereits die wichtigsten Grundlagen für einen aromatischen Gulaschsaft geschaffen. Serviert mit Semmelknödeln, Kartoffeln oder frischem Brot wird daraus ein klassisches österreichisches Wohlfühlgericht.
FAQ
Wie lange muss Rindsgulasch schmoren?
Klassisches Rindsgulasch wird je nach Fleischstück etwa 2 bis 3 Stunden langsam geschmort, bis das Fleisch weich ist.
Welches Fleisch eignet sich am besten für Rindsgulasch?
Für die traditionelle österreichische Zubereitung wird häufig Wadschinken verwendet. Auch andere zum Schmoren geeignete Rindfleischstücke sind möglich.
Wie wird Rindsgulasch ohne Mehl sämig?
Viele Zwiebeln und langes Schmoren sorgen dafür, dass der Gulaschsaft auf natürliche Weise sämig wird. Beim Wiener Saftgulasch ist Mehl traditionell nicht notwendig.
Welche Beilage passt zu Rindsgulasch?
Klassische Beilagen sind Semmel- oder Serviettenknödel, Salzkartoffeln, Nockerl und Brot.
Kann man Rindsgulasch am nächsten Tag essen?
Ja. Rindsgulasch lässt sich gut vorbereiten und wird in vielen Rezepten auch am nächsten Tag serviert.
Warum wird mein Rindsgulasch nicht weich?
Meist braucht das Fleisch noch mehr Zeit zum langsamen Schmoren. Die benötigte Garzeit hängt unter anderem vom verwendeten Fleischstück und der Größe der Würfel ab.

