Was sind Pofesen?
Pofesen sind eine traditionelle österreichische Mehlspeise aus altbackenem Weißbrot, das mit Powidl – also Zwetschkenmus beziehungsweise Zwetschkenmarmelade – gefüllt, in einer Eier-Milch-Mischung gewendet und anschließend in heißem Fett goldbraun gebacken wird. Serviert werden sie meist warm und mit Staubzucker sowie Zimt bestreut. Je nach Region und Rezept kommen auch andere Füllungen oder Zubereitungsarten infrage.
Das Besondere an Pofesen ist ihre einfache Grundidee: Aus Brot vom Vortag entsteht eine knusprige Süßspeise mit weicher, fruchtiger Füllung. Damit gehören sie zu den Gerichten, bei denen Resteverwertung und Genuss unmittelbar zusammenpassen. In der österreichischen Küche werden sie häufig als Dessert oder süße Hauptspeise serviert.
Klassische Pofesen mit Powidl: Zutaten
Für vier Portionen lässt sich eine einfache Variante mit wenigen Zutaten zubereiten. Die genaue Rezeptur unterscheidet sich je nach Küche, insbesondere bei der Menge an Milch, Eiern und Fett sowie bei der Frage, ob das Brot nur in Ei oder in einer Ei-Milch-Mischung gewendet wird.
| Zutat | Menge für ca. 4 Portionen |
|---|---|
| Weißbrot, Toast oder Striezel | 8–16 Scheiben |
| Powidl | ca. 4–8 EL |
| Milch | ca. 120–250 ml |
| Eier | 3 Stück |
| Vanillezucker | 1 Päckchen |
| Zimt | nach Geschmack |
| Butterschmalz | zum Braten |
| Staubzucker | zum Bestreuen |
Für besonders aromatische Pofesen ist altbackenes Brot eine gute Wahl. Es nimmt die Flüssigkeit auf, ohne so schnell auseinanderzufallen wie sehr frisches, weiches Brot. Auch Striezel oder Brioche können verwendet werden. Mehr lesen : Nutellaschnitte: Einfaches Rezept, Tipps & Varianten
Pofesen selber machen: Schritt für Schritt
1. Brot vorbereiten und füllen
Das Brot wird in gleichmäßige Scheiben geschnitten. Jeweils eine Scheibe wird mit Powidl bestrichen und anschließend mit einer zweiten Scheibe zusammengesetzt. Die beiden Hälften sollten leicht zusammengedrückt werden, damit die Füllung beim Wenden möglichst gut im Inneren bleibt.
Powidl ist die traditionelle Füllung. Dabei handelt es sich um ein dick eingekochtes Zwetschkenmus. Weil es vergleichsweise fest ist, eignet es sich gut für gefüllte Brotscheiben. Wer keinen Powidl zur Hand hat, kann je nach Rezept auch andere Marmeladen verwenden.
2. Eier-Milch-Mischung anrühren
Für die klassische Variante werden Milch, Eier, Vanillezucker und etwas Zimt miteinander vermischt. Manche Rezepte trennen die Arbeitsschritte und tauchen die gefüllten Brotscheiben zunächst kurz in Milch und anschließend in die verquirlten Eier. Andere Rezepte verwenden von Anfang an eine gemeinsame Eier-Milch-Mischung.
Die Brotscheiben sollten nur so lange getränkt werden, dass sie außen weich und gut benetzt sind, aber ihre Form behalten. Gerade bei sehr weichem Toast ist Vorsicht wichtig, weil das Brot sonst beim Wenden reißen kann.
3. Goldbraun ausbacken
Butterschmalz wird in einer Pfanne erhitzt. Die vorbereiteten Pofesen werden vorsichtig hineingelegt und von beiden Seiten goldbraun gebraten. Bei einem veröffentlichten SPAR-Rezept werden dafür etwa zwei bis drei Minuten pro Seite angegeben.
Nach dem Braten kommen die Pofesen kurz auf Küchenpapier, damit überschüssiges Fett abtropfen kann. Anschließend werden sie noch warm mit einer Mischung aus Zimt und Zucker beziehungsweise Staubzucker bestreut.
Warum altbackenes Brot für Pofesen besser geeignet ist
Frisches Weißbrot ist sehr weich und kann beim Einweichen schnell seine Stabilität verlieren. Brot vom Vortag ist trockener und kann deshalb mehr Flüssigkeit aufnehmen. Gleichzeitig bleibt die Brotscheibe stabil genug, um gefüllt, gewendet und gebraten zu werden.
Auch Striezel, Brioche oder Milchbrot funktionieren gut. SPAR weist ausdrücklich darauf hin, dass leicht älterer Striezel für Pofesen geeignet ist, weil er beim Tunken in die Eier-Milch-Mischung nicht so schnell zu weich wird.
Die wichtigsten Tipps für knusprige Pofesen
Nicht zu lange einweichen: Die Brotscheiben sollen die Eier-Milch-Mischung aufnehmen, aber nicht durchweichen.
Festes Brot verwenden: Weißbrot vom Vortag, Striezel oder Brioche sind besonders praktisch.
Powidl sparsam und gleichmäßig verteilen: Eine zu dicke Füllung kann beim Braten leichter austreten.
Fett ausreichend erhitzen: Nur dann entsteht außen eine goldbraune Kruste, während das Innere weich bleibt.
Nicht zu viele Pofesen gleichzeitig braten: Werden zu viele Stücke auf einmal in die Pfanne gegeben, kann die Temperatur des Fettes deutlich sinken.
Nach dem Braten abtropfen lassen: Küchenpapier nimmt überschüssiges Fett auf.
Frisch servieren: Pofesen schmecken besonders gut, solange sie noch warm sind. Auch aktuelle Rezeptveröffentlichungen empfehlen den frischen Genuss.
Pofesen oder Arme Ritter – ist das dasselbe?
Pofesen ähneln stark den im deutschsprachigen Raum bekannten Armen Rittern und dem französischen French Toast. Der entscheidende Unterschied liegt vor allem in der traditionellen österreichischen Zubereitungsweise: Pofesen werden typischerweise aus zwei gefüllten Brotscheiben hergestellt, wobei Powidl eine klassische Füllung ist.
Bei Armen Rittern werden Brotscheiben dagegen häufig einzeln in einer Eier-Milch-Mischung gewendet und anschließend gebraten. Die Begriffe und Zubereitungen können regional variieren, weshalb eine völlig scharfe Abgrenzung nicht immer sinnvoll ist.
Welche Füllungen eignen sich?
Powidl gilt als klassische Wahl, doch Pofesen lassen sich geschmacklich leicht verändern. Eine veröffentlichte Rezeptquelle nennt beispielsweise Marillen-, Erdbeer- und Himbeermarmelade als mögliche Alternativen.
Auch moderne Varianten sind möglich. SPAR bietet beispielsweise Mozart-Pofesen mit Nuss-Nougat-Masse und Marzipan an. Diese werden in einem Teig gewendet und anschließend in Butterschmalz ausgebacken. Serviert werden sie dort mit Pistazieneis.
Damit eignen sich Pofesen nicht nur für die klassische Powidl-Variante, sondern auch als Basis für kreativere Dessertideen.
Was passt zu Pofesen?
Traditionell reichen Staubzucker und Zimt völlig aus. Wer die Süßspeise ergänzen möchte, kann sie beispielsweise mit Zwetschkenröster, Vanillesauce, Apfelmus oder frischen Beeren servieren. Diese Kombinationen werden auch in veröffentlichten Rezepten empfohlen.
Besonders harmonisch ist die Kombination aus warmem, knusprigem Brot und einer fruchtigen Beilage. Die Säure von Beeren oder Zwetschken kann dabei einen angenehmen Kontrast zur süßen Füllung bilden.
Pofesen als klassische Resteküche
Ein wichtiger Teil des Reizes liegt in der Verwendung von Brot, das nicht mehr ganz frisch ist. Statt übrig gebliebenen Weißbrot- oder Striezelscheiben wegzuwerfen, werden sie durch Füllung, Eiermasse und das Ausbacken zu einer eigenständigen Süßspeise.
Diese Idee ist nicht nur praktisch, sondern erklärt auch, warum unterschiedliche Brotsorten für Pofesen funktionieren. Rezepte nennen unter anderem Weißbrot, Toast, Striezel, Brioche und Milchbrot als geeignete Ausgangsprodukte.
Pofesen aus verschiedenen Regionen und Rezepttraditionen
Die Grundidee ist einfach, doch die Zubereitung ist nicht überall identisch. Das zeigt bereits der Vergleich verschiedener österreichischer Rezeptquellen. Beim Salzburger Agrar Marketing werden die gefüllten Brotscheiben beispielsweise zunächst rundherum in Zimtmilch getunkt und danach in Ei gewendet.
Eine historische Rezeptsammlung aus dem Wirtschaftsmuseum Wien dokumentiert außerdem eine herzhafte beziehungsweise als Beilage verwendete Pofesen-Zubereitung: Altbackene Semmeln werden in Obers eingeweicht, in Ei getaucht, paniert und in Butterschmalz gebacken. Dort werden sie zu einer Gemüsezubereitung mit gelben Rüben serviert.
Das macht deutlich: Pofesen sind nicht ausschließlich auf eine einzige süße Rezeptur festgelegt. Die heute besonders bekannte Powidl-Version ist jedoch die typische Variante, nach der viele Menschen bei dem Begriff suchen.
Kann man Pofesen im Backofen zubereiten?
Die klassische Zubereitung erfolgt in der Pfanne beziehungsweise im heißen Fett. Es gibt jedoch auch Rezeptvarianten, bei denen Pofesen zunächst angebraten und anschließend im Backofen fertig gebacken werden. Ein GUSTO-Rezept für Nektarinen-Pofesen verwendet beispielsweise Butter und Öl, brät die gefüllten Semmeln zunächst auf dem Herd an und lässt sie anschließend bei 160 °C im Backofen fertig garen.
Eine im Ofen zubereitete Variante ist daher möglich, aber sie sollte nicht automatisch als gleichwertiger Ersatz für jede klassische Rezeptur betrachtet werden. Die Textur kann sich durch die unterschiedliche Zubereitungsart verändern.
Häufige Fehler bei der Zubereitung
Der häufigste Fehler ist wahrscheinlich ein zu weiches Brot. Wenn die Scheiben zu lange in der Eier-Milch-Mischung liegen, können sie beim Wenden auseinanderbrechen. Ein zweiter Fehler ist zu wenig Hitze: Dann saugt das Brot mehr Fett auf, bevor es eine stabile Kruste bildet.
Auch die Füllung spielt eine Rolle. Powidl sollte möglichst dick und nicht zu flüssig sein. Schließlich sollten die fertigen Pofesen nach dem Ausbacken kurz abtropfen und möglichst bald serviert werden.
Fazit: Warum Pofesen so beliebt sind
Pofesen verbinden eine knusprige Außenseite mit einer weichen, süßen Füllung und lassen sich mit einfachen Zutaten zubereiten. Die klassische Kombination aus altbackenem Brot, Powidl, Ei, Milch, Zimt und Staubzucker ist schnell gemacht und gleichzeitig fest in der österreichischen Mehlspeisenküche verankert.
Wer Pofesen zum ersten Mal ausprobiert, braucht deshalb keine komplizierte Backtechnik. Entscheidend sind gutes, leicht altbackenes Brot, eine nicht zu lange Einweichzeit und ausreichend heißes Fett. Mit Powidl entsteht die traditionelle Version; mit anderen Marmeladen, Nuss-Nougat-Creme oder saisonalen Früchten lässt sich das Grundprinzip individuell abwandeln.
FAQ
Was sind Pofesen?
Pofesen sind eine österreichische Süßspeise aus gefüllten Brotscheiben. Traditionell werden sie mit Powidl bestrichen, in Ei beziehungsweise einer Eier-Milch-Mischung gewendet und in heißem Fett goldbraun gebacken.
Welches Brot ist für Pofesen geeignet?
Am besten eignet sich leicht altbackenes Weißbrot. Auch Toast, Striezel, Brioche oder Milchbrot können verwendet werden. Älteres Brot nimmt Flüssigkeit gut auf und bleibt dabei stabiler.
Welche Marmelade kommt in Pofesen?
Traditionell wird Powidl verwendet, also ein dickes Zwetschkenmus. Je nach Rezept können aber auch Marillen-, Erdbeer- oder Himbeermarmelade verwendet werden.
Kann man Pofesen mit Nutella machen?
Ja. Es gibt moderne Varianten mit Nuss-Nougat-Masse. SPAR veröffentlicht beispielsweise ein Rezept für Mozart-Pofesen mit Nuss-Nougat-Masse und Marzipan.
Warum werden meine Pofesen matschig?
Meist wurden die Brotscheiben zu lange in Flüssigkeit getränkt oder es wurde sehr weiches, frisches Brot verwendet. Altbackenes Brot und eine kurze Einweichzeit helfen dabei, die Form zu erhalten.
Kann man Pofesen vorbereiten?
Pofesen schmecken frisch und warm am besten. Deshalb ist es sinnvoll, die gefüllten Brotscheiben erst kurz vor dem Braten in die Eier-Milch-Mischung zu geben und sie direkt nach dem Ausbacken zu servieren.

