Ein klassisches Zirbenschnaps Rezept braucht nur wenige Zutaten: frische Zirbenzapfen, einen neutralen Kornbrand oder Wodka und Kandiszucker. Die aufgeschnittenen Zapfen geben ihre Farbe und ihr charakteristisches Aroma über mehrere Wochen an den Alkohol ab. Je nach Rezept wird der Ansatz anschließend abgeseiht und noch einige Zeit gelagert, damit sich der Geschmack abrundet.
Für eine einfache Hausvariante können beispielsweise 5 frische Zirbenzapfen, 150 g Kandiszucker und 1 Liter Kornbrand mit 40 % Alkohol verwendet werden. Dieses Mengenverhältnis entspricht einer verbreiteten österreichischen Rezeptvariante. Andere Rezepte arbeiten mit etwa vier Zapfen pro Liter und deutlich weniger Zucker. Die genaue Menge lässt sich deshalb an die gewünschte Süße und Intensität anpassen.
Das klassische Zirbenschnaps Rezept
Zutaten für etwa 1 Liter Ansatz
| Zutat | Menge |
|---|---|
| frische Zirbenzapfen | 4–5 Stück |
| Kornbrand oder neutraler Wodka | 1 Liter |
| Kandiszucker | 40–150 g |
| Glasgefäß mit Deckel | 1 Stück |
Bei der Zuckermenge gibt es unterschiedliche traditionelle Varianten. Wer einen eher trockenen, aromatischen Ansatz bevorzugt, kann zunächst weniger Zucker verwenden. Für einen deutlich süßeren Zirbenlikör ist eine größere Menge sinnvoll. Ein österreichisches Rezept verwendet beispielsweise 150 g Kandiszucker auf 1 Liter Kornbrand, während eine andere Variante etwa 40–50 g pro Liter empfiehlt. Mehr lesen : Gemüselaibchen Rezept: Einfach, knusprig & vegetarisch
So wird Zirbenschnaps angesetzt
1. Zirbenzapfen vorbereiten
Frische Zirbenzapfen zunächst kontrollieren und grobe Verschmutzungen entfernen. Anschließend mit einem scharfen Messer in Scheiben oder kleinere Stücke schneiden. Dabei sind Handschuhe sinnvoll, weil die Zapfen klebrig sein können.
Eine Rezeptvariante von ichkoche.at schneidet die Zapfen in feine Scheiben. Bei GuteKueche werden sie dagegen längs aufgeschnitten und geviertelt. Beide Methoden vergrößern die Oberfläche und erleichtern dadurch die Abgabe der Aromastoffe an den Alkohol.
2. Zapfen, Zucker und Alkohol ins Glas geben
Die geschnittenen Zirbenzapfen in ein sauberes, verschließbares Glas geben. Den Kandiszucker hinzufügen und anschließend mit dem Kornbrand oder Wodka vollständig übergießen.
Das Gefäß sollte gut verschlossen werden. Für die Lagerung des Ansatzes werden Glas, Keramik oder Edelstahl empfohlen; Kunststoff ist für einen solchen alkoholischen Ansatz weniger geeignet.
3. Ansatz ziehen lassen
Jetzt braucht der Zirbenschnaps vor allem Zeit. Die Dauer unterscheidet sich je nach Rezept deutlich.
Eine einfache Variante lässt den Ansatz etwa 14 Tage stehen. Andere Rezepte empfehlen mehrere Wochen, beispielsweise acht Wochen. Auch ein Ansatz mit Wodka kann vier bis sechs Wochen ziehen.
Das zeigt: Es gibt nicht die eine verbindliche Ziehzeit für jedes Zirbenschnaps Rezept. Farbe, Intensität und gewünschter Geschmack spielen eine Rolle. Deshalb lohnt es sich, den Ansatz regelmäßig zu kontrollieren, anstatt ausschließlich nach einer festen Zahl von Tagen vorzugehen.
4. Abseihen
Wenn der gewünschte Geschmack erreicht ist, den Ansatz durch ein sauberes Tuch oder ein geeignetes Filterpapier abseihen. Die festen Bestandteile werden dabei entfernt.
Anschließend den fertigen Zirbenschnaps in saubere, gut verschließbare Flaschen füllen. Eine Rezeptvariante von ichkoche.at empfiehlt das Abseihen nach 14 Tagen; bei der länger gereiften Likörvariante wird der Ansatz nach acht Wochen filtriert und anschließend nochmals acht Wochen ruhen gelassen.
Wie lange sollte Zirbenschnaps ziehen?
Die optimale Ziehzeit hängt vom Rezept und vom gewünschten Ergebnis ab. Kurze Ansätze von etwa zwei Wochen ergeben eine andere Aromaintensität als Varianten, die mehrere Wochen ziehen.
| Ziehzeit | Charakter |
|---|---|
| ca. 2 Wochen | kürzerer, frischer Ansatz |
| 4–6 Wochen | intensiveres Zirbenaroma |
| ca. 8 Wochen | kräftiger, länger gereifter Ansatz |
| zusätzliche Ruhezeit | kann den Geschmack abrunden |
Diese Zeitangaben stammen aus unterschiedlichen Rezeptvarianten und sind daher nicht als wissenschaftlich festgelegte optimale Zeiten zu verstehen. Entscheidend ist, dass der Ansatz regelmäßig kontrolliert wird.
Welche Zirbenzapfen eignen sich?
Für den klassischen Ansatz werden frische, noch saftige Zirbenzapfen verwendet. Genau diese unterscheiden sich von den später verholzten Zapfen, die für andere Verarbeitungsarten infrage kommen.
Ein österreichisches Rezept beschreibt die Ernte junger roter Zirbenzapfen für Ende Juni bis Mitte Juli. Der genaue Erntezeitpunkt kann allerdings je nach Region und Witterung variieren.
Wer keine geeigneten frischen Zapfen bekommt, sollte nicht einfach beliebige alte oder unbekannte Nadelbaumzapfen verwenden. Für einen selbst angesetzten Schnaps sollten ausschließlich sicher bestimmte und dafür geeignete Zirbenzapfen verwendet werden.
Wie bekommt Zirbenschnaps seine Farbe?
Während des Ansatzes geben die Zirbenzapfen verschiedene Inhalts- und Aromastoffe an den Alkohol ab. Dadurch verändert sich die Farbe des Getränks.
Bei einer Rezeptvariante von ichkoche.at wird beschrieben, dass der fertige Zirbenschnaps je nach Reife der verwendeten Zirben von hellrosa bis dunkelbraun reichen kann.
Die Farbe allein ist allerdings kein zuverlässiges Qualitätsmerkmal. Wichtiger sind ein sauberer Ansatz, geeignete Zapfen, ein passender Alkohol und eine sorgfältige Filtration.
Korn oder Wodka – was ist besser?
Beide Varianten sind möglich.
Kornbrand passt gut zu einer traditionellen österreichischen Herstellung und wird in mehreren Rezepten verwendet. Wodka ist dagegen relativ neutral und kann deshalb das Aroma der Zirbe stärker in den Mittelpunkt stellen. Ein Rezept von ichkoche.at verwendet beispielsweise Wodka und begründet die Wahl mit seinem neutralen Eigengeschmack.
| Alkoholbasis | Charakter |
|---|---|
| Kornbrand | klassisch und kräftig |
| Wodka | neutral, Zirbenaroma steht stärker im Vordergrund |
Für einen ersten Versuch ist ein neutraler Alkohol mit ausreichender Trinkstärke eine unkomplizierte Wahl.
Wie viel Zucker gehört in Zirbenschnaps?
Das hängt davon ab, ob eher ein würziger Schnaps oder ein süßer Zirbenlikör gewünscht wird.
Bei traditionellen Rezepten gibt es beträchtliche Unterschiede. Eine Variante verwendet nur etwa 40–50 g Kandiszucker pro Liter Alkohol, während ein anderes Rezept 150 g auf einen Liter einsetzt.
Wer unsicher ist, kann mit einer moderaten Zuckermenge beginnen. Nach dem Abseihen lässt sich der Geschmack besser beurteilen. Ein sehr süßer Ansatz kann schließlich eher wie ein Likör wirken als wie ein klassischer Schnaps.
Weißer oder brauner Kandiszucker?
Beide Varianten sind möglich. Weißer Kandiszucker verändert die Farbe weniger, während brauner Kandiszucker zusätzlich eine dunklere Farbe und eine etwas kräftigere geschmackliche Note beitragen kann.
GuteKueche weist ebenfalls darauf hin, dass brauner Kandiszucker für einen intensiveren Geschmack verwendet werden kann.
Für einen möglichst klar nachvollziehbaren ersten Versuch ist weißer Kandiszucker praktisch, weil das Zirbenaroma stärker im Vordergrund bleibt.
Sollte man die Zirbenzapfen vorher aufschneiden?
Ja, das ist bei den gängigen Rezepten üblich. Die Zapfen werden entweder in Scheiben geschnitten oder längs geteilt und geviertelt. Dadurch kann der Alkohol besser mit dem Inneren der Zapfen in Kontakt kommen.
Beim Schneiden sollte man vorsichtig arbeiten und ein stabiles Schneidebrett sowie ein scharfes Messer verwenden. Frische Zirbenzapfen können sehr klebrig und hart sein; Handschuhe können deshalb ebenfalls hilfreich sein.
Warum wird Zirbenschnaps manchmal bitter?
Ein zu kräftiger oder lange gezogener Ansatz kann geschmacklich deutlich herber werden. Auch die verwendeten Zapfen spielen eine Rolle.
GuteKueche empfiehlt beispielsweise, beim Aufschneiden den grünen Strunk zu entfernen, weil dieser den Ansatz bitterer machen kann.
Deshalb sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass eine möglichst lange Ziehzeit das beste Ergebnis liefert. Bei einem ersten Ansatz ist eine kürzere Variante sinnvoll, um das gewünschte Aromaprofil kennenzulernen.
Was ist der Unterschied zwischen Zirbenschnaps, Zirbenlikör und Zirbengeist?
Die Begriffe werden im Alltag teilweise ähnlich verwendet, bezeichnen aber nicht zwingend dasselbe Herstellungsverfahren.
Zirbenschnaps beziehungsweise Zirbenlikör wird häufig als Ansatz hergestellt: Zirbenzapfen werden in Alkohol eingelegt und anschließend abgeseiht. Zucker bestimmt dabei wesentlich, wie süß das Ergebnis wird.
Zirbengeist wird dagegen durch ein anderes Verfahren hergestellt. Laut GuteKueche werden dafür später geerntete, verholzte Zirbenzapfen beziehungsweise deren Bestandteile mit Alkohol angesetzt und anschließend gebrannt. Dabei entsteht ein klarer Brand mit intensivem Zirbenaroma.
Für ein einfaches Zirbenschnaps Rezept zu Hause ist die Ansatzmethode wesentlich unkomplizierter, da kein Destillationsverfahren erforderlich ist.
Worauf sollte man beim Sammeln achten?
Wer Zirbenzapfen selbst sammeln möchte, sollte zuerst klären, ob das Sammeln am jeweiligen Ort erlaubt ist. In Österreich stehen Waldfrüchte grundsätzlich im Eigentum des Waldeigentümers. Das österreichische Landwirtschaftsministerium weist darauf hin, dass das Sammeln nur unter den dort genannten Voraussetzungen zulässig ist und dass zusätzlich landesrechtliche Naturschutzbestimmungen gelten können.
Besonders in Schutzgebieten können strengere Regeln gelten. Deshalb sollte man vor dem Sammeln die örtlichen Vorschriften prüfen und niemals ungefragt auf privaten Flächen ernten.
Wer die Zapfen kauft, hat es einfacher: Herkunft und Eignung sind in der Regel klarer nachvollziehbar.
Tipps für einen aromatischen Ansatz
Für ein möglichst ausgewogenes Ergebnis helfen einige einfache Grundregeln:
- Nur sicher bestimmte, geeignete Zirbenzapfen verwenden.
- Saubere und gut verschließbare Gläser benutzen.
- Die Zapfen vollständig mit Alkohol bedecken.
- Die Zuckermenge an die gewünschte Süße anpassen.
- Den Ansatz regelmäßig kontrollieren.
- Bei der gewünschten Aromaintensität abseihen.
- Den fertigen Schnaps in saubere Flaschen füllen.
- Dunkel und gut verschlossen lagern.
Ein kleines Zweigerl vom Zirbenbaum wird in einem traditionellen Rezept ebenfalls als optionale Aromazutat genannt. Das ist allerdings nicht notwendig, um einen charakteristischen Zirbengeschmack zu erhalten.
Wie lagert man selbst gemachten Zirbenschnaps?
Nach dem Abseihen sollte der Schnaps in saubere, gut verschlossene Flaschen gefüllt und möglichst dunkel gelagert werden. Licht und Wärme sind für aromatische Spirituosen generell keine gute Kombination.
Eine längere Ruhezeit kann sinnvoll sein, wenn das Rezept dies vorsieht. Bei einer österreichischen Zirbenlikör-Variante wird beispielsweise nach dem ersten achtwöchigen Ansatz nochmals eine achtwöchige Ruhephase empfohlen.
Vor dem Servieren sollte der Geschmack nochmals kontrolliert werden. Wenn sich Geruch, Farbe oder Geschmack ungewöhnlich verändern, sollte das Produkt nicht konsumiert werden.
Serviervorschläge
Zirbenschnaps wird üblicherweise in kleinen Mengen serviert und passt besonders gut zu einer österreichischen Jause oder als Abschluss einer Mahlzeit.
Als Begleiter eignen sich beispielsweise:
- kräftige Käsevariationen
- Speck und herzhafte Jause
- Wildgerichte
- deftige österreichische Hausmannskost
- Buchteln
- Kaiserschmarrn
- Apfeldesserts
GuteKueche empfiehlt Zirbenlikör unter anderem als Aperitif zu kräftigen Gerichten und als Digestif zu gehaltvollen Desserts.
Wichtiger Hinweis zum Alkohol
Selbst angesetzter Zirbenschnaps ist ein alkoholisches Getränk. Er sollte deshalb nur von Erwachsenen konsumiert werden, die Alkohol legal konsumieren dürfen. Die tatsächliche Alkoholstärke des fertigen Ansatzes lässt sich aus dem Ausgangsalkohol und den hinzugefügten Zutaten nicht einfach exakt ableiten.
Der Alkoholgehalt kann durch Zutaten und Flüssigkeitsanteile verändert werden. Deshalb sollte man sich nicht auf eine selbst geschätzte Prozentangabe verlassen.
Wer keinen Alkohol trinken möchte, kann stattdessen einen Zirbensirup herstellen. Dafür gibt es alkoholfreie Rezepte auf Basis von Zirbenzapfen, Wasser, Zucker und Zitrone.
FAQ
Wie viele Zirbenzapfen brauche ich für 1 Liter Schnaps?
Je nach Rezept werden etwa vier bis fünf frische Zirbenzapfen pro Liter verwendet. GuteKueche nennt vier Zapfen pro Liter, während ein anderes österreichisches Rezept fünf Zapfen für einen Liter Kornbrand verwendet.
Wie lange muss Zirbenschnaps ziehen?
Das hängt vom Rezept ab. Häufig finden sich Angaben von etwa zwei Wochen bis zu mehreren Wochen. Eine Variante empfiehlt 14 Tage, andere Rezepte vier bis sechs beziehungsweise acht Wochen.
Welcher Alkohol eignet sich für Zirbenschnaps?
Kornbrand und neutraler Wodka werden häufig verwendet. Wodka hat einen vergleichsweise neutralen Eigengeschmack, während Kornbrand traditioneller wirkt.
Wie viel Zucker braucht man?
Das hängt vom gewünschten Geschmack ab. Rezeptbeispiele reichen von ungefähr 40–50 g bis 150 g Kandiszucker pro Liter Alkohol. Für einen weniger süßen Ansatz sollte entsprechend weniger Zucker verwendet werden.
Warum wird mein Zirbenschnaps bitter?
Mögliche Gründe sind ein sehr intensiver oder langer Ansatz und bestimmte Bestandteile der Zapfen. Eine Rezeptquelle empfiehlt deshalb, beim Aufschneiden den grünen Strunk zu entfernen.
Kann man Zirbenschnaps auch ohne Zucker machen?
Ja. Zucker ist für den Ansatz nicht zwingend notwendig. Er beeinflusst vor allem die Süße und damit den Charakter des fertigen Getränks. Ohne Zucker erhält man ein deutlich trockeneres Ergebnis.
Kann man Zirbenzapfen einfrieren?
Ja, das ist grundsätzlich möglich. GuteKueche weist allerdings darauf hin, dass durch das Einfrieren etwas Aroma verloren gehen kann und der angesetzte Schnaps dadurch unter Umständen stärker holzig schmeckt.

