HomeHervorgehobenMarillenröster: Einfaches Rezept für den österreichischen Klassiker

Marillenröster: Einfaches Rezept für den österreichischen Klassiker

Was ist ein Marillenröster?

Marillenröster ist eine fruchtige österreichische Zubereitung aus gekochten beziehungsweise weich gedünsteten Marillen. Die Früchte werden mit Zucker und je nach Rezept mit Zitronensaft, Zimt oder weiteren Gewürzen erhitzt, bis sie weich sind und eine sämige Konsistenz entsteht. Anders als eine glatt pürierte Marmelade bleiben beim Röster häufig noch Fruchtstücke erhalten.

Besonders bekannt ist die Kombination mit Kaiserschmarrn. Auch zu Topfennockerln, Palatschinken, Knödeln und anderen süßen Mehlspeisen passt die fruchtige Beilage hervorragend. ORF-Rezepte verwenden Marillenröster unter anderem zu Kaiserschmarrn und Sauerrahmschmarrn.

Klassisches Rezept für Marillenröster

Ein guter Röster braucht nur wenige Zutaten. Entscheidend sind reife Marillen und eine schonende Zubereitung, damit die Früchte weich werden, aber ihr charakteristisches Aroma behalten.

Zutaten

ZutatMenge
Reife Marillen1 kg
Zucker150–200 g
Wasser100 ml
Zitrone1 Bio-Zitrone
Zimtstange1 kleine
Gewürznelken2
Marillenbrand2 cl

Diese Mengen orientieren sich an einem veröffentlichten ORF-Rezept von Seminarbäuerin Elisabeth Lust-Sauberer.

Zubereitung

Die Marillen zunächst gründlich waschen, halbieren und entkernen. Wer einen besonders feinen Röster bevorzugt, kann die Früchte zusätzlich enthäuten. Dafür werden die ganzen Marillen kurz in kochendes Wasser getaucht und anschließend kalt abgeschreckt. Die Haut lässt sich danach leichter abziehen.

Die vorbereiteten Früchte mit Zucker, Zimt und Gewürznelken vermischen und einige Stunden ziehen lassen. Anschließend kommen die Marillen zusammen mit Zitronenscheiben und Wasser in einen Topf.

Alles wird langsam erhitzt und so lange gekocht, bis die Früchte weich werden und die Flüssigkeit sämig ist. Währenddessen sollte regelmäßig vorsichtig umgerührt werden, damit die Masse nicht am Topfboden ansetzt. Beim Kochen ist Vorsicht geboten, da die heiße Fruchtmasse spritzen kann.

Zum Schluss kann Marillenbrand eingerührt werden. Wer den Röster direkt serviert, kann ihn kurz abkühlen lassen und anschließend lauwarm oder kalt zu einer Mehlspeise reichen. Mehr lesen : Bananenschnitten: Klassisches Rezept mit Vanillecreme

Wie unterscheidet sich Marillenröster von Marillenmarmelade?

Obwohl beide Zubereitungen aus Marillen bestehen, sind sie nicht dasselbe. Ein Röster wird typischerweise als fruchtige Beilage oder Komponente eines Desserts serviert. Die Früchte dürfen dabei sichtbar und stückig bleiben.

Marmelade beziehungsweise Konfitüre wird dagegen stärker auf Haltbarkeit und eine streichfähige Konsistenz ausgerichtet. Beim Röster steht das Aroma der gekochten Frucht im Vordergrund. Deshalb wird häufig auch weniger Zucker verwendet als bei einer klassischen Fruchtkonfitüre.

MarillenrösterMarillenkonfitüre
Fruchtige BeilageBrotaufstrich
Häufig noch FruchtstückeEher streichfähige Konsistenz
Besonders zu MehlspeisenBesonders zu Brot und Gebäck
Kann mit Gewürzen verfeinert werdenAuf Haltbarkeit ausgerichtet
Meist kurzfristig serviert oder eingekochtKlassisches Vorratsprodukt

Die genaue Zubereitung kann allerdings von Rezept zu Rezept deutlich variieren.

Welche Marillen eignen sich am besten?

Für einen aromatischen Röster eignen sich reife, aromatische Früchte. Sie sollten weich genug sein, um beim Kochen schnell eine angenehme Konsistenz zu erreichen, aber nicht bereits stark verdorben oder beschädigt sein.

Der Reifegrad beeinflusst auch die benötigte Zuckermenge. Sehr süße Marillen benötigen weniger zusätzlichen Zucker, während säuerliche Früchte etwas mehr Süße vertragen können.

Ein ORF-Rezept verwendet beispielsweise 1 kg Marillen und 150 bis 200 g Zucker. Ein anderes veröffentlichtes Rezept von GUSTO arbeitet bei einer größeren Menge mit 5 kg Marillen und 1 kg Kristallzucker.

Das zeigt: Es gibt keine einzige verbindliche Zuckermenge. Geschmack, Reife und gewünschte Verwendung spielen eine wichtige Rolle.

Marillenröster für Kaiserschmarrn

Die wohl bekannteste Kombination ist Kaiserschmarrn mit Marillenröster. Der fluffige, leicht karamellisierte Schmarrn erhält durch die weich gekochten Marillen einen fruchtigen und leicht säuerlichen Kontrast.

ORF führt Marillenröster ausdrücklich als Begleitung zu Kaiserschmarrn. Auch ein ORF-Rezept für Sauerrahmschmarrn serviert den Röster direkt zum fertigen Schmarrn.

Für diese Kombination muss der Röster nicht vollständig glatt sein. Kleine Stücke sorgen sogar für eine angenehme Abwechslung zur weichen Konsistenz des Schmarrns.

Welche Desserts passen noch dazu?

Marillenröster lässt sich vielseitiger einsetzen, als es zunächst scheint. Neben Kaiserschmarrn passt er zu zahlreichen österreichischen Mehlspeisen und Desserts.

Besonders gut geeignet sind:

  • Topfennockerln
  • Topfenknödel
  • Marillenknödel
  • Palatschinken
  • Germknödel
  • Grießschmarrn
  • Milchreis
  • Vanilleeis
  • Joghurt oder Topfencreme

GUSTO kombiniert den Röster beispielsweise mit Topfennockerln und Butterbröseln. Das Rezept kocht die vorbereiteten Marillen mit Zucker und Ascorbinsäure kurz auf und füllt sie anschließend heiß in saubere Gläser.

Marillenröster mit Gewürzen verfeinern

Die klassische Kombination aus Frucht und Zucker kann mit wenigen Gewürzen verändert werden. Zimt und Gewürznelken gehören zu den traditionellen Möglichkeiten. Zitronensaft oder Zitronenschale bringt zusätzliche Säure und kann die Süße ausgleichen.

Auch ungewöhnlichere Varianten sind möglich. ORF Tirol veröffentlicht beispielsweise einen Lavendel-Marillenröster, bei dem Marillen mit Zucker, etwas Butter und Lavendel kurz weich gedünstet werden.

Wichtig ist, Gewürze sparsam einzusetzen. Marillen besitzen selbst ein deutliches Aroma, das nicht von Zimt, Nelken oder Lavendel überdeckt werden sollte.

Muss ein Marillenröster püriert werden?

Nein. Ein Röster kann stückig bleiben oder teilweise beziehungsweise vollständig püriert werden. Welche Variante besser passt, hängt vom persönlichen Geschmack und vom jeweiligen Dessert ab.

Für Kaiserschmarrn ist eine leicht stückige Konsistenz besonders praktisch, weil sich die Frucht deutlich von der Mehlspeise abhebt. Wer eine feinere Sauce bevorzugt, kann einen Teil der gekochten Früchte pürieren und anschließend wieder mit den übrigen Fruchtstücken vermischen.

Auch ein ORF-Rezept für Sauerrahmschmarrn sieht eine Verarbeitung vor, bei der die gekochten Marillen teilweise gemixt und passiert werden und anschließend einige Fruchtstücke wieder unter die Masse kommen.

Kann man Marillenröster einkochen?

Ja, Marillenröster kann auch für eine spätere Verwendung vorbereitet und in saubere Gläser gefüllt werden. Dabei sind jedoch hygienisches Arbeiten und ein geeignetes, geprüftes Einkochverfahren wichtig.

Ein veröffentlichtes GUSTO-Rezept füllt den frisch gekochten Röster heiß in saubere Gläser und verschließt diese sofort.

Ein ORF-Rezept beschreibt ebenfalls das Abfüllen in saubere Einmachgläser. Dort wird zusätzlich eine spezielle Methode mit hochprozentigem Alkohol beschrieben. Diese Methode ist wegen der offenen Flamme und des heißen Glases nicht für ungeübte Personen geeignet.

Wer größere Mengen auf Vorrat zubereiten möchte, sollte deshalb ein zuverlässiges, für die jeweilige Zubereitung geeignetes Einkochverfahren verwenden und die Gläser sowie Deckel sorgfältig hygienisch vorbereiten.

Warum wird der Röster manchmal zu flüssig?

Die Konsistenz hängt vor allem vom Wassergehalt der Früchte und von der Kochdauer ab. Sehr saftige Marillen geben viel Flüssigkeit ab. Wird zusätzlich viel Wasser verwendet oder die Masse nur kurz erhitzt, bleibt der Röster entsprechend dünn.

Abhilfe schafft langsames Weiterköcheln, bis überschüssige Flüssigkeit verdampft ist. Dabei sollte regelmäßig vorsichtig umgerührt werden. Das Ziel ist keine feste Marmelade, sondern eine sämige Fruchtmasse mit einem angenehmen Verhältnis zwischen Sauce und Fruchtstücken.

Warum wird der Röster manchmal zu süß?

Die benötigte Zuckermenge hängt stark von der Reife und Säure der Marillen ab. Wer sehr reife und süße Früchte verwendet, kann zunächst mit einer geringeren Menge Zucker beginnen und später nachsüßen.

Auch Zitronensaft kann helfen, wenn die Süße zu dominant wirkt. Er bringt Säure in die Zubereitung und kann den Fruchtgeschmack stärker hervorheben.

Eine schnelle Variante ohne lange Marinierzeit

Wenn der Röster kurzfristig benötigt wird, können die vorbereiteten Marillen direkt mit Zucker und etwas Zitronensaft in einem Topf erhitzt werden. ORF Okidoki beschreibt beispielsweise eine schnelle Zubereitung, bei der halbierte Marillen nach dem Karamellisieren von braunem Zucker in den Topf gegeben und weich gekocht werden.

Diese Methode ist praktisch, wenn spontan eine Beilage für Kaiserschmarrn oder eine andere Mehlspeise gebraucht wird. Das vorherige Marinieren ist dagegen eine Möglichkeit, die Früchte bereits vor dem Kochen mit Zucker und Gewürzen aromatisieren zu lassen.

Marillenröster richtig servieren

Der Röster kann warm, lauwarm oder gekühlt serviert werden. Welche Temperatur am besten passt, hängt vom Hauptgericht ab.

Zu frisch gebackenem Kaiserschmarrn ist ein lauwarmer Röster besonders angenehm. Bei kalten Desserts wie Eis oder einer Topfencreme kann auch ein gut gekühlter Röster interessant sein.

Eine einfache Kombination besteht aus:

  1. einer Portion Kaiserschmarrn,
  2. einem großzügigen Löffel Marillenröster,
  3. etwas Staubzucker auf dem Schmarrn.

Für einen stärkeren Kontrast kann zusätzlich eine Kugel Vanilleeis serviert werden.

Fazit

Marillenröster ist eine einfache und vielseitige österreichische Fruchtzubereitung, bei der reife Marillen mit Zucker weich gekocht und je nach Rezept mit Zitrone, Zimt oder Gewürznelken verfeinert werden. Die Früchte können dabei stückig bleiben oder teilweise püriert werden.

Besonders gut passt der Röster zu Kaiserschmarrn, Topfennockerln und anderen Mehlspeisen. Wer auf die richtige Balance zwischen Fruchtsäure, Süße und Konsistenz achtet, braucht dafür nur wenige Zutaten. Für eine klassische Variante sind reife Marillen, Zucker, etwas Zitrone und wenige Gewürze bereits ausreichend.

FAQ

Was ist ein Marillenröster?

Marillenröster ist eine österreichische Fruchtbeilage aus weich gekochten Marillen. Die Früchte werden meist mit Zucker und je nach Rezept mit Zitrone oder Gewürzen zubereitet.

Wozu isst man Marillenröster?

Besonders bekannt ist die Kombination mit Kaiserschmarrn. Er passt außerdem zu Topfennockerln, Knödeln, Palatschinken und verschiedenen Desserts.

Kann man Marillenröster einfrieren?

Eine frisch zubereitete Fruchtmasse lässt sich grundsätzlich für eine spätere Verwendung einfrieren. Beim Auftauen können sich Konsistenz und Flüssigkeitsanteil etwas verändern, weshalb der Röster anschließend gegebenenfalls kurz erwärmt und durchgerührt werden sollte.

Wie lange muss Marillenröster kochen?

Das hängt vom Wassergehalt und Reifegrad der Früchte sowie von der gewünschten Konsistenz ab. Die Marillen sollten weich sein und die Flüssigkeit sollte sämig werden. Ein ORF-Rezept beschreibt genau diesen Zustand als Ziel.

Kann man Marillenröster ohne Zucker machen?

Ja, technisch ist das möglich. Allerdings verändert sich dadurch Geschmack und Haltbarkeit. Für einen klassischen Röster gehört Zucker zur typischen Zubereitung. Die genaue Menge kann abhängig von der Süße der verwendeten Marillen angepasst werden.

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